Die Herausgeber

Lars Bretthauer, Dipl. Pol. (FU Berlin), Master of Arts Soziologie (Lancaster). Diplomarbeit zur Regulierung geistiger Eigentumsrechte in der Spielfilmindustrie. Forschungsgebiete: materialistische Staatstheorie, Hochschulpolitik und zuletzt auch die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs. Seit mehr als einem Jahrzehnt Fan des FC St. Pauli. Mitglied beim wissenschafts- und bildungspolitischen Netzwerk reflect! (www.reflect-online.org).

“Mein Lieblingstext ist zum einen die Staatstheorie, weil sie für mich einen der produktivsten Bausteine materialistischer Staatstheorie darstellt. In seiner Sperrigkeit legt der Text die Brüche und Probleme bei der Theoretisierung kapitalistischer Staatlichkeit in einer für mich produktiven Art offen. Gleichzeitig formuliert er aber auch das herrschaftskritische Potenzial einer materialistischen Staatstheorie aus, was ihn für mich immer wieder zu einer politischen Fundgrube macht. Meine anderer Lieblingstext sind jene Passagen in Klassen im Kapitalismus – heute, in denen sich Poulantzas um eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Klassentheorie bemüht, die es wert ist, weitergeführt zu werden.”

Alexander Gallas, M.A. Philosophie (FU Berlin), Master of Arts Soziologie (Lancaster). Doktorand am Institut für Soziologie der Lancaster University. Thema: Klassenverhältnisse und ihre Verdichtung im Staat in Deutschland und Großbritannien. Forschungsgebiete: Marxistische Gesellschafts-, Klassen- und Staatstheorie. Veröffentlichungen: Ökonomismus und politische Irrwege. Zur Kritik an Moishes Postones Variante marxistischer Antisemitismustheorie (2004, A.). Gitarrist der Punkband Cash For Your Stories (Manchester).

“Mich hat insbesondere die Krise der Diktaturen beeindruckt, weil es Poulantzas hier gelingt, eine konjunkturelle Analyse vorzulegen, die sich sowohl durch detaillierte Kenntnis des empirischen Materials als auch durch ein solides theoretisches Fundament hervortut.”

John Kannankulam, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am FB Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt/M. Seit 16 Jahren Sänger der Traditional Ska-Band Ska Trek. Dissertation mit dem Titel: Autoritär Etatismus im Neoliberalismus. Zur Rekonstruktion und Relevanz eines staatstheoretischen Konzepts von Nicos Poulantzas (2006, Diss).

“Mein Lieblingstext von Poulantzas ist die Staatstheorie. Es gibt, glaube ich, kein Buch, dass mich seit und während meines Studiums so in die Verzweiflung getrieben hat, dass ich aber trotzdem – oder gerade deswegen – so oft gelesen habe.”

Ingo Stützle, Dipl.-Pol. (FU-Berlin). Derzeit Promotion zum ‘ausgeglichenen Staatshaushalt’ als europäischem Staatsprojekt. Redakteur bei ak – analyse & kritik. Bei Für eine linke Strömung organisiert. Veröffentlichungen: Das Kapital neu lesen (Mithrsg., 2006 i.E.).

“Mein Lieblingstext ist die Staatstheorie, weil Poulantzas hier eine Analyse der Materialität der Form Staat mit einer klassentheoretischen Perspektive verknüpft. Da er selbst der Staatstheorie keine Systematik zusprach und viele Begrifflichkeiten Metaphern für noch zu klärende Probleme sind, ist sie die beste ‘Baustelle’ für weitere staatstheoretische Anstrengungen im Anschluss an die marxsche Theorie und an das zentrale, auch bei Johannes Agnoli zu findende Theorem, dass erst der Staat das Kapital als Klasse konstituiert.”