AutorInnen

Clyde W. Barrow, PhD (UCLA), Chair des Instituts für politische Studien und Direktor des Zentrum für Policy-Analyse an der University of Massachusetts-Dartmouth. Forschungsgebiete: Politische Theorie, Public-Policy-Forschung. Veröffentlichungen: Globalisation, Trade Liberalisation, and Higher Education in North America (Mitverf., 2003), More Than a Historican. The Political and Economic Thought of Charles A. Beard (2000), Critical Theories of the State (1993) und Universities and the Capitalist State (1990). Zahlreiche Aufsätze zu Staatstheorie und US-amerikanischer Hochschulpolitik.

“Mein Lieblingsbuch von Nicos Poulantzas ist Klassen im Kapitalismus – heute, denn es stellt für mich Poulantzas’ analytisch klarstes und empirisch fundiertestes Buch dar. Es ist auch heute noch sehr relevant für die Analyse von Klassenstrukturen im Innern von Nationalstaaten und deren Artikulation mit dem neuen Imperialismus.”

Hans-Jürgen Bieling, Dr. phil. JunProf. am Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg. Forschungsgebiete: Europäische Integration, Internationale Politische Ökonomie, Staats- und Gesellschaftstheorie. Veröffentlichungen: Theorien der europäischen Integration (Mithrsg., 2005), Die Konfiguration Europa. Dimensionen einer kritischen Integrationstheorie (Mithrsg., 2000).

“Mein Lieblingstext ist Die Internationalisierung der kapitalistischen Verhältnisse und der Nationalstaat, da Poulantzas hier sehr gut aufzeigt, dass es sich bei ökonomischen Transaktionen wie Handelsströmen, Direktinvestitionen etc. nicht einfach nur um wirtschaftliche Indikatoren handelt, sondern um transformative Kräfte, die in den nationalen Kapitalismen auch die sozialen Macht- und Herrschaftsstrukturen verändern.”

Ulrich Brand, Priv. Doz., Dr. Phil. Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Kassel. Forschungsgebiete: Internationale politische Ökonomie, Regulations- und Staatstheorie, internationale Umweltpolitik und Globalisierungskritik. Habilitationsschrift mit dem Titel Die politische Form der Globalisierung. Politische Institutionen und soziale Kräfte im internationalisierten Staat, in der er eine “neo-poulantzianische Perspektive Internationaler Politischer Ökonomie” skizziert. Mitglied der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und des wissenschaftlichen Beirats von Attac-Deutschland. Veröffentlichungen: Postfordistische Naturverhältnisse (Mitverf., 2003), Fit für den Postfordismus? (Mithrsg., 2003), Reflexionen einer Rebellion. ‘Chiapas’ und ein anderes Politikverständnis (Hrsg., 2000).

“Mein Lieblingsbuch ist die Staatstheorie. Zum einen aus inhaltlichen Gründen, d.h. der Theorie selbst und der kompetenten Auseinandersetzung mit anderen Theorien. Aber auch, weil deutlich wird, wie ein radikaler Intellektueller in seiner theoretischen Arbeit politisch denkt und auszuloten versucht, wie radikale gesellschaftliche Transformationen möglich sind und wo ihre Probleme liegen.”

Sonja Buckel, Dr. phil. Studium der Politik- und Rechtswissenschaft. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Frankfurt/M. Veröffentlichungen: Neue Theorien des Rechts (Mithrsg., 2006), Subjektivierung & Kohäsion. Zur Rekonstruktion einer materialistischen Theorie des Rechts (i.E.).

“Mein Lieblingstext von Poulantzas ist die Staatstheorie, auch wenn ich mehrere Anläufe brauchte, um sie zu lesen. Den Staat ausgehend von den Kräfteverhältnissen und deren Materialität zu denken, ist einfach schlau (oh jeh, ich habe mir schon bei Poesialbums-Sprüchen einen abgebrochen).”

Alex Demirovic, Priv. Doz., Dr. phil. Lehrt Politikwissenschaft und politische Soziologie an der Universität Frankfurt/M. Veröffentlichungen: Nicos Poulantzas. Aktualität und Probleme materialistischer Staatstheorie (2006, 2. überarb. A.), Der nonkonformistische Intellektuelle (1999), Gesellschaftliche Arbeitsteilung und Demokratie (i.E.).

“Mein Lieblingsbuch ist die Staatstheorie, weil Poulantzas den Staat im Zusammenhang mit der Frage des Wissens und der Trennung von geistiger und körperlicher Arbeit thematisiert und dabei die Überwindung der Teilung zwischen Regierenden und Regierten, Führenden und Geführten diskutiert.”

Miriam Heigl, Promovendin und Lehrbeauftragte an der Universität Kassel. Forschungsgebiete: Staatstheorie, Lateinamerika, Privatisierungs- und Kommodifizierungsprozesse. Veröffentlichungen: Private is beautiful? Zu den Auseinandersetzungen um die Eigentumsrechte am mexikanischen Energiesektor (2006, A.), Auf dem Weg zur finalen Krise des Kapitalismus? (2005, A.).

“Einer der interessantesten Texte von Poulantzas ist seine Staatstheorie. Dieser Text stellt jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung dar, weil er ein hohes Maß an Komplexität aufweist und in einer sehr speziellen Sprache geschrieben ist. Gleichzeitig zeigt dieser Beitrag die ganze thematische Vielfalt der staatstheoretischen Unternehmung von Poulantzas. Hier werden zudem die Suchprozesse deutlich, welche er unternahm, um gewissen Sackgassen seiner bisherigen theoretischen Konzeptionen zu entkommen.”

Joachim Hirsch, Em. Prof. für Politikwissenschaft, Universität Frankfurt/M. Vorstandsmitglied der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international. Diverse Veröffentlichungen mit dem Schwerpunkt Staatstheorie.

“Was mein ‘Lieblingstext’ ist, weiß ich gar nicht so genau. Der am meisten benutzte ist, was Wunder, die Staatstheorie.”

Bob Jessop, Prof. für Soziologie, Direktor des Instituts für höhere Studien an der Lancaster University. Veröffentlichungen: The Future of the Capitalist State (2002), State Theory (1990), Nicos Poulantzas. Marxist Theory and Political Strategy (1985), The Capitalist State (1982).

“Mein Lieblingsbuch ist Faschismus und Diktatur. Während ich an meinem Buch zu Nicos Poulantzas arbeitete, verbrachte ich 1980 fünf Wochen damit, es immer wieder zu lesen, um die ihm zu Grunde liegenden theoretischen Annahmen in Bezug auf Themen wie den kapitalistischen Staatstyp, Ausnahmeregime, Krise, Periodisierung, Hegemonie und politische Klassenherrschaft zu rekonstruieren. Das Buch half mir, meine eigene Herangehensweise an die politische Ökonomie des Großbritanniens der Nachkriegszeit zu entwickeln, insbesondere die Entstehung und Konsolidierung des Thatcherismus und dessen Charakteristika als konsolidiertem Regime. Das bedeutet nicht, dass der Thatcherismus eine Form des Faschismus ist, sondern dass die Grundprinzipien von Poulantzas’ Faschismusanalyse in nschlag gebracht werden können, um die Spezifik des Thatcherismus als einer Spielart des autoritären Etatismus deutlich werden zu lassen.”

Max Koch, Dr. phil. habil. Lecturer am Institut für Soziologie und angewandte Sozialwissenschaften der University of Ulster. Forschungsgebiete: Klassen- und Sozialstrukturanalyse, Arbeitsmärkte und Wohlfahrtssysteme in Europa. Veröffentlichungen: Roads to Post-Fordism. Labour Markets and Social Structures in Europe (2006), Pierre Bourdieu as a Sociologist of the Economy and Critic of Globalisation (2006, A.), Wage Determination, Socio-Economic Regulation and the State (2005, A.).

“Mein Lieblingstext von Poulantzas ist Die Internationalisierung der kapitalistischen Verhältnisse und der Nationalstaat in Klassen im Kapitalismus – heute. Poulantzas verbleibt hier nicht auf der Ebene theoretischer Reflektionen, sondern ist darüber hinaus bemüht, den Strukturwandel von kapitalistischer Ökonomie und Staat empirisch auf den Begriff zu bringen.”

Urs T. Lindner, M.A. Philosophie (FU Berlin). Derzeit Promotion über Foucault und die Subaltern Studies. Lebt in Berlin. Forschungsgebiete: Politische Philosophie, Gesellschaftstheorie, Philosophy of Social Sciences.

“Mein Lieblingstext ist die Staatstheorie, da Poulantzas dort versucht, sich von bestimmten Lehrformeln des weltanschaulichen Marxismus (z.B. Basis/Überbau freizumachen.”

Jörg Nowak, M.A. Philosophie (FU Berlin). Derzeit Promotion am Institut für Philosophie der FU Berlin zu “Staat und Geschlechterverhältnissen im flexiblen Kapitalismus”. Forschungsgebiete: Feministische und marxistische Staatstheorie, Prekarisierung, Operaismus, Kapitalismus und Religion. Politische Aktivitäten vor allem zu prekären Arbeitsverhältnissen (Call-Center) und den Auswirkungen von Hartz IV (Ein-Euro Jobs, Zwangsumzüge). Veröffentlichungen: Autonomie der Gewerkschaften oder kostenlose Infrastruktur? (2004, A.), Geschlechterverhältnisse und Politik des Kapitals (2006, A.).

“Mein Lieblingstext von Poulantzas ist die Staatstheorie, weil ich mit dem Konzept der Verdichtung die Wirkung von Kämpfen jeglicher Art auf relativ dauerhafte Strukturen und damit auch warum und wie sich Kräfteverhältnisse in Institutionen auswirken, viel besser denken kann.”

Thomas Sablowski, Dr. Phil. Derzeit Post-Doctoral Fellow am Institut für Politikwissenschaft der York University, Toronto. Demnächst Vertretungsprofessur an der Universität Marburg. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac, Redaktionsmitglied der Zeitschrift Prokla. Veröffentlichungen: Shareholder Value gegen Belegschaftsinteressen. Der Weg der Hoechst AG zum Life-Sciences-Konzern (Mitverf., 1999), Italien nach dem Fordismus (1998), Jenseits der Nationalökonomie? (Mithrsg., 1997), Hegemonie und Staat (Mithrsg., 1992).

“Was Poulantzas angeht, so habe ich nicht einen Lieblingstext, sondern mehrere, die mir wichtig sind: Erstens die Einleitung zu Politische Macht und gesellschaftliche Klassen, weil dort die Theoriebildung als stufenweiser Produktionsprozess begriffen und die Bedeutung der Unterscheidung von Produktionsweise und Gesellschaftsformation dargelegt wird; zweitens Klassen im Kapitalismus – heute, weil es bis heute einer der interessantesten Versuche ist, die marxistische Klassentheorie zu systematisieren und weil es bahnbrechende Ansätze zur Analyse der inneren Widersprüche der Bourgeoisie und der Internationalisierung des Kapitals enthält; drittens Faschismus und Diktatur und Die Krise der Diktaturen, weil es sich mithin um die theoretisch und politisch-strategisch gehaltvollsten marxistischen Analysen konkreter Situationen handelt, die ich kenne; und last but not least die Staatstheorie, weil hier der Begriff des Staates als materielle Verdichtung gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse entwickelt wird.”

Peter Thomas, Universität Amsterdam. Mitglied der Redaktion von Historical Materialism. Veröffentlichungen: The Gramscian Moment (i.E.).

“Mein Lieblingsbuch von Poulantzas ist die Staatstheorie, nicht nur weil hier Poulantzas Theorie des kapitalistischen Staats entwickelt wird. Sondern auch, weil versucht wird, die zentrale Fragestellung der Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert erneut zu stellen: die Frage nach der Beziehung zwischen dem kapitalistischen Staat und der Politik einer vereinigten Front, im Hinblick auf die Perspektive eines Übergangs zum demokratischen Sozialismus.”

Jens Wissel, Dr. Phil. Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am FB Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt/M. Forschungsgebiete: Staatstheorie, Politische Ökonomie, Transnationalisierung von Herrschaftsverhältnissen. Redakteur der Internetzeitung links-netz, Mitglied der GEW. Veröffentlichungen: ‘Naming the Beast’. Nicos Poulantzas und das Empire (2002, A.), Der neue Machtblock und die Transnationalisierung des Staates. Zur Aktualität von Nicos Poulantzas (2005, Diss).

“Meine Lieblingstexte sind die Staatstheorie und Die Internationalisierung der kapitalistischen Verhältnisse und der Nationalstaat, weil Poulantzas in diesen beiden Texten die Vermittlung von Struktur- und Handlungstheorie am konsequentesten durchhält.”

Markus Wissen, Promovierter Sozialwissenschaftler. Forschungsgebiete: Raum, Stadt- und Regionalentwicklung sowie gesellschaftliche Naturverhältnisse. Lebt in Berlin. Politisch aktiv in der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO). Veröffentlichungen: Die Peripherie in der Metropole (2000); Standortbündnisse und Modernisierungskoalitionen (2005, A.).

“Mein Lieblingstext von Poulantzas ist die Staatstheorie. Das liegt an ihrer widersprüchlichen Wirkung: Wegen ihrer Unverständlichkeit bringt sie mich regelmäßig zur Verzweiflung, um mir gleichzeitig wegen ihrer Genialität immer wieder die Augen zu öffnen.”